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Geschichte

Einziger romanischer Sakralbau im Saarland

Als das bedeutendste Bauwerk unserer Stadt und einzig erhaltener romanischer Sakralbau prägt die Pfarrkirche St. Peter vor allem für die Besucher, die von Osten her aus Richtung Brotdorf kommen, das Bild der Kernstadt. Trotz der vielfältigen Veränderungen, die St. Peter im Lauf seiner langen Geschichte durch Brandkatastrophen, Kriegszerstörungen oder Umgestaltungen im Stile des jeweiligen Zeitgeistes erfahren hat, konnte die Kirche, abgesehen vom Westbau, ihre ursprüngliche Gestalt weitgehend bewahren.

alte Wurzeln...

St. Peter wurde um 1200 von Wadgasser Prämonstratenser-mönchen, die als Nachfolger der Augustinerchorherren 1182 nach Merzig gekommen waren, als Klosterkirche errichtet. Der Grundriss zeigt eine dreischiffige Basilika mit Querhaus, Chornebentürmen, Nebenapsiden und einem westlichen Einzelturm. Das wappenverzierte gotische Kreuzgewölbe wurde erst im 16. Jahrhundert nach einem Brand eingezogen. Im Zuge einer Renovierung in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde das Nordseitenschiff um die Marienkapelle nach Westen verlängert, während das südliche Seitenschiff eine neue Eingangshalle erhielt. Die Ostansicht bietet dem Betrachter ein Bild aufwendiger Gliederung und Dekoration. Sie zeigt große Ähnlichkeit mit der rheinischen Prämonstratenserkirche Knechtsteden und läßt auch lothringische Einflüsse erkennen. Vor allem hier finden sich skulpturale Schmuckelemente wie Lisenen und Blenden, Gurt- und Kranzgesimse oder unterschiedlich geformte Fenster. Besondere architektonische Aufmerksamkeit verdienen auch die beiden Nordportale, das kleine "Friedhofsportal" am Querhaus und das größere Haupt- und Laienportal am Seitenschiff. Im Zuge der im Dezember 2004 abgeschlossenen umfangreichen Außensanierung von St. Peter wurde auch das frühere Hauptportal im Westturm wieder geöffnet.

das Innere

Im Innern von St. Peter erwartet den Besucher eine große Zahl schöner kultischer Kunstwerke, vor allem aus der Zeit des Barock. Besonderes zu erwähnen sind beispielsweise die Christus, Maria und die 12 Apostel darstellenden Figuren, die um 1700 von Wolfgang Stupeler gefertigt wurden. Sehenswert ist auch die aus dem 17. JH stammende Pietà in der Nebenkapelle im Nordquerhaus. Weitere Blickfänge sind der um 1738 vermutlich von dem Saarlouiser Bildhauer Ferdinand Ganal geschaffene Hochaltar mit der krönenden Pelikanfigur, einem frühchristlichen Symbol, das aus dem 14. Jahrhundert stammende gotische Pestkreuz über dem Altar, die Drehtaufe oder die erst vor wenigen Jahren wiederentdeckte und restaurierte Nikolausstatue. Bei umfangreichen Renovierungsarbeiten im Jahr 1984/85 wurden auch wieder die im Rahmen des II. Vatikanischen Konzils überstrichenen Malereien des Merziger Malers Heinrich Klein freigelegt, der diese nach Vorlagen von Eduard von Steinle im Stil der Nazarener Schule gefertigt hat